Tarifvertrag ärzte charite

Die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte, Krankenhausärzte und ihre Arbeitgeber sollten an den Tisch zurückkehren und wieder mit den Verhandlungen beginnen, um Schäden für Die Patienten zu verhindern. Andere Politiker sagten, eine Gehaltserhöhung von 30 % sei unverhältnismäßig und stehe nicht im Einklang mit den Gehältern anderer Krankenhausmitarbeiter. Ärzte in deutschen Kliniken werden hauptsächlich auf der Grundlage eines Tarifvertrags beschäftigt und einer der Lohngruppen Assistenten, Facharzt, Oberarzt oder Oberarzt zugeordnet. Innerhalb dieser Gehaltsgruppen, Ärzte; Gehälter steigen, wenn sie Berufserfahrung sammeln. Ein Facharzt eines kommunalen Krankenhauses verdient bei der Einstellung 5.656,92 Euro brutto im Monat, nach nur drei Jahren steigt dieser Betrag auf 6.131,23 Euro. Wie bei den Kliniken sind die Gehälter der Ärzte je nach Fachgebiet breit gefächert. Während der durchschnittliche Chirurg mit 103.000 Euro ein sechsstelliges Bruttojahresgehalt verdient, verdient ein Allgemeinmediziner mit 65.944 Euro fast 40.000 Euro weniger. Obwohl Tarifverträge alle Spezialisten gleich behandeln, führen zusätzliche Bezahlung für Nacht- und Bereitschaftsdienste oder Personalverantwortung zu Gehaltsunterschieden. Die meisten Nicht-Notfallbehandlungen und Operationen in den Krankenhäusern wurden verschoben. Die Notfallversorgung und die gesamte Behandlung potenziell lebensbedrohlicher Krankheiten wie Krebs werden fortgesetzt.

Die Unzufriedenheit wächst seit dem vergangenen Dezember, als 2200 Ärzte des Universitätsklinikums Charité (Bild) streikten. Mehr als 22 000 Ärzte in den meisten der 36 deutschen Universitäts- und Landeskrankenhäuser haben beschlossen, ab dem 16. März auf unbestimmte Zeit zu streiken. Wie der Marburger Bund mitteilte, stimmte eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder für einen Streik, der bisher nur in acht Universitätskliniken begonnen hat. Sie werde sich aber auf andere Regionen ausdehnen, teilte der Marburger Bund mit. Trotz Behandlungsverzögerungen sympathisieren Patientenorganisationen und einzelne Patienten mit dem Streik. Sie befürchten, dass die Gesundheitsversorgung in deutschen Krankenhäusern langfristig noch stärker bedroht wird, weil es an Ärzten mangelt, von denen viele ins Ausland gegangen sind oder die Medizin verlassen haben, und weil Ärzte müde und frustriert sind. Nach Angaben der Gewerkschaft verließen im vergangenen Jahr zwischen 6000 und 10 000 Menschen Deutschland. Diese nichtmedizinischen Arbeitskräfte sind Teil der Frontlinie des Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie. Ohne Krankenhaus-Hausmeister zum Beispiel wäre es für Ärzte und Krankenschwestern unmöglich, Patienten sicher zu behandeln. Sie haben viel Lob von Politikern erhalten, aber wenig wirkliche Entschädigung für ihr Leben riskiert.

Bisher hat die Bundesregierung Den Krankenhausbeschäftigten nur einen einmaligen Bonus von 500 Euro gezahlt. Der Schritt der Ärzte erfolgt inmitten eines Streiks im öffentlichen Dienst über längere Arbeitszeiten, der in den vergangenen sechs Wochen in mehreren Bundesländern andauert. Dieser Streik hat auch lokale Krankenhäuser sowie Müllabfuhr und Kinderbetreuung getroffen. Ärzte haben einen eigenen Tarifvertrag mit den 34 Universitätskliniken in Deutschland, der höhere Mindestarbeitszeiten vorsieht, aber auch höhere Gehälter für Universitätsärzte vorsieht als Kollegen, die auf der Grundlage des TdL (Bundestarifvertrag) bezahlt werden.